Indianerstämme

Ein Stamm ist eine Gruppe von Menschen, welche sich aus den unterschiedlichsten Gründen zusammen geschlossen haben können. Zur Stammesbildung können u. a. die folgende Gründe führen: die Kultur, die Sprache, der Dialekt, das Territorium in dem die Gruppe lebt, gemeinsame Sitten und Gebräuche, etc.

Viele der Stämme Nordamerikas bestanden oder bestehen immer noch aus Unterstämmen, so dass es schwierig ist, die Einheit der Stämme genau zu definieren, denn jeder Unterstamm hatte wieder seine eigenen Gesetze und auch seine eigenen Führer.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die Sioux. Bei den Sioux gab es zwei große Gruppen – die östlichen und die westlichen Sioux. Die östlichen Sioux unterteilten sich wiederum in die Untergruppen der Wahpetons, Wahpehutes Moewakantons, Sissetons, Yanktons und Yanktonais. Die westlichen Sioux unterteilten sich in die Untergruppen der Brulés, Hunkpapas, Blackfoot, Miniconjous, Oglallas, Sans Arcs und Two Kettles. Die einzelnen Untergruppen schlossen sich aber oft zu einer großen Gemeinschaft zusammen, wenn es darum ging Krieg zu führen, gemeinsam Büffel zu jagen oder kulturelle Veranstaltungen durchzuführen.

Nachfolgend finden Sie eine Auflistung einiger Indianerstämme. Um einen bestimmten Stamm zu suchen, klicken Sie bitte auf den entsprechenden Buchstaben. Wenn Sie Informationen über einen hier nicht aufgeführten Stamm haben, würde ich mich freuen, wenn Sie mir diese Informationen mailen, damit ich diese Sammlung vervollständigen kann.

Alsea:
Ein kleiner Stamm, sprachlich den Yakona verwandt und kulturell zum nordwestlichen Küstengebiet gehörend. Die Alsea sind heute fast völlig verschwunden. Ihre Hauptnahrung bestand aus Fischen.

Apachen:
Zusammen mit den Navaho gehören die Apachen zu den südlichen Athapasken. Der Name Apache stammt wahrscheinlich aus der Sprache der Zuni-Indianer und bedeutet »Feind«. Einst beherrschten die Apachen große Teile von Neu Mexiko, Arizona, Texas und Colorado, ihre Kriegszüge hielten weite Teile von Nordmexiko in Unruhe. Die südlichen Athapasken sind wahrscheinlich erst spät in ihre heutigen Stammesgebiete eingewandert. Als wahrscheinliche Wanderroute kommt der östliche Rand des Felsengebirges in Betracht. Auf jeden Fall stammen die Athapasken aus dem Norden.
Die Apachen gliedern sich in mehrere Gruppen, von denen die Chiricahua-Apachen mit den Mescaleros eng verwandt sind. Die Jicarilla-Apachen bildeten mit den Lipan-Apachen eine eigene Untergruppe. Auch die White-Mountain-Apachen waren wiederum in verschiedene Gruppen geteilt. Die Apachen gehören zu den bekanntesten Indianern Nordamerikas, da sie wegen ihrer kriegerischen Taten lange Zeit der Schrecken der neuen Siedler waren. Von den Spaniern übernahmen sie schon früh das Pferd, später auch Feuerwaffen. Von der ursprünglichen Kultur der einfachen Sammler und Jäger ist heute nicht mehr viel zu finden. Die rund siebentausend Apachen leben heute meist als Viehzüchter.

Arapahoe:
Das Volk der Arapahoe lebte bis Mitte des 18. Jahrhunderts vom Ackerbau, später wurde aus dem sesshaften Volk ein Volk von Nomaden und Büffeljäger. Der Stamm gehörte zur Sprachfamilie der Algonkins. 1830 teilte sich der Stamm in zwei Gruppen – die nördlichen und südlichen Arapohoe. Auf Kriegsfuß standen sie ständig mit den Stämmen der Ute, Shoshonen und den Pawnee. Als sich 1840 die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Weißen vermehrten, verbündeten sich die Arapahoe-Gruppen mit den Cheyenne, denn beide Stammesteile waren zu klein, um sich gegen den Weißen Mann behaupten zu können. Nach dem Massaker am Sand Creek im Jahre 1864, dem auch viele Arapahoe zum Opfer fielen, flüchteten die Überlebenden nach Norden und schlossen sich den Sioux an. Hier führten sie einen regelrechten Guerillakrieg gegen die US-Regierung. So waren sie 1876 unter anderem auch bei der erfolgreichen Schlacht am Little Big Horn beteiligt. Nach der Kapitulation der Arapahoe wurde ein großer Teil des Volkes in Wyoming ins Wind River Reservat und in ein Reservat am Arkansas-River eingewiesen. Im Jahre 1990 wurden hier noch 6350 Arapahoe gezählt.

Arikara:
Ein zur Sprachfamilie der Caddo gehörender Stamm, der sich erst in jüngerer Zeit von den zur gleichen Familie gehörenden Pawnees getrennt hat. Sie lebten zur Zeit ihrer Entdeckung in befestigten Dörfern im Missouri-Tal. Sie betrieben Landwirtschaft, gingen aber regelmäßig auf die Jagd. Im 19. Jahrhundert wurde der Stamm durch Epidemien und Kriegshandlungen weitgehend dezimiert. Von den ursprünglich rund 3000 Arikara sind heute kaum mehr als 600 übrig.

Blackfeet:
Zu den Ureinwohnern, die Blackfeet genannt wurden, zählten drei Stämme, die sprachlich eng miteinander verwandt waren. Es waren die Stämme der Siksika, Blood und Piegan. Ursprünglich lebten alle Gruppen gemeinsam im heutigen östlichen Kanada. Bei einem Streit um die Wahl eines neuen Häuptlings spaltete sich die Gruppe zunächst in zwei Lager. Während der Stamm der Siksika weiter in den kanadischen Süden zog, blieb der Stamm der Blood weiter im Norden. Die Crow nannten den Stamm der Siksika fortan Blackfeet, wahrscheinlich wegen ihrer Sohlen, die durch die Asche der verbrannten Wiesen in der Prärie schwarz gefärbt waren. Auch hier gab es dann Unstimmigkeiten bei der Wahl eines neuen Häuptling, nachdem ein Krieger namens Piegan diesn Posten beanspruchte. Nach seiner Niederlage spaltete sich auch der Stamm der Blackfeet, wobei sich Piegan mit seinen Anhängern im heutigen nordwestlichen Montana niederließ. Diese Gruppe benannte sich nun nach dem Häuptling – Piegan.

Caddo:
Eine Liga von verschiedenen Untergruppen, kulturell als Bindeglied zwischen den Maiskulturen des Südostens und den Jägerkulturen der Plains anzusehen. Die Caddo betrieben Landwirtschaft und siedelten in großen Dörfern, deren runde Häuser mit Gras gedeckt waren.

Canarsee:
Die Canarsee sind einer der 14 Stämme, welche auf Long Island – dem heutigen New York – lebten und an die Irokesen Tribut zahlen mussten.

Cheyenne:
Die Cheyenne lebten bis Ende des 17. Jahrhunderts zunächst im heutigen US-Bundesstaat Minnesota als sesshafte Ackerbauer und Viehzüchter. Später zogen sie westwärts in Richtung Dakota und Wyoming, wo sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts in den Besitz von Pferden kamen und aus den sesshaften Bauern nomadische Büffeljäger wurden. Das Volk dieses Stammes gehörte zur Sprachfamilie der Algonkin. Das Wort „Cheyenne“ kommt aus der Sprache der Sioux und heißt so viel wie „Volk einer anderen Sprache“ (Shahi yena). 1832 spaltete sich der Stamm in zwei Hälften. Während ein Teil im Powder-River-Land und im Bighorn-Land blieb, zog der andere Teil nach Süden zum Platte River zwischen Wyoming und Nebraska. Die nördlichen Cheyenne gingen ein Bündnis mit den Sioux ein, während sich die südlichen Cheyenne mit den Comanchen und den Kiowa zusammenschlossen. Die Gruppen verstanden sich auch gut mit dem Stamm der Arapahoe. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts lebten noch ca. 3.000 nördliche Cheyenne in der Tongue River Reservation im US-Bundesstaat Montana von der Viehzucht, während mehr als 5.200 südliche Cheyenne in Oklahoma als Farmer tätig waren.

Cherokee:
Weitläufig den Irokesen sprachlich verwandter Stamm im südlichen Appalachengebirge, kulturell zu den Maiskulturen des Südostens gehörig. Die Cherokee und ihre Nachbarn kamen schon im 18. Jahrhundert unter weiße Einflüsse. Große Teile der Cherokee wurden im 19. Jahrhundert nach Westen umgesiedelt und fanden in Oklahoma eine neue Heimat. Die Cherokee lebten im Appalachengebirge, an den Grenzen zwischen Nord-Carolina, Tennessee und Georgia. Die Cherokee gehörten neben den Chickasaws, Choctaws, Creeks und Seminolen zu den so genannten „Fünf Zivilisierten Nationen“. Im Gegensatz zu den vielen anderen Indianervölkern Nordamerikas verfügten sie über ein Regierungs- und Verwaltungssystem , das man mit westlichem Standard vergleichen konnte. Es gab Kirchen, Schulen, Gymnasien, Akademien, Bibliotheken und Hospitäler. Die Stammesmitglieder hatten richtige Berufe, wie z.B. Lehrer, Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten, Richter, Bauern, Polizisten und Staatsanwälte.

Chickahominy:
Die Chickahominy sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Langhäusern wie die Irokesen lebte. Auch sie bauten als Hauptnahrung Mais an.

Chippewa:
Auch als Ojibwa bekannter Stamm, der zur Sprachfamilie der Algonquin gehört. Heute leben in den USA und in Kanada rund 120.000 Chippewa-lndianer, meist mit weißem Blut gemischt. Ihre Muttersprache ist größtenteils französisch. Die Kultur der Chippewa wird auch heute noch von den Franzosen geprägt, obwohl diese schon früh von den Engländern ins Abseits gedrängt wurden. Schon lange bevor sie Kontakt mit den Weißen hatten, war ihr Drang groß ihre Jagdgebiete auszudehnen. So entwickelte sich das Volk im 16. Jahrhundert schon bald zu einem der größten und aggressivsten Indianerstämme Nordamerikas. Nach der Übernahme von Feuerwaffen im 18. Jahrhundert begannen die Chippewa ihr Stammesgebiet nach Westen auszudehnen und zwangen so ihre westlichen Nachbarn, aus den Waldgebieten in die offene Prärie auszuweichen.

Chippewyan:
Zu den nördlichen Athapasken gehörende Gruppe von Indianern, die im nördlichen Waldgebiet hauptsächlich von Jagd und Pelzhandel leben. Diese nördlichen Gruppen kannten keine strikte politische Organisation, sondern bildeten mehr oder weniger verbündete Gruppen. Wichtig war die Jagd auf das amerikanische Rentier (Caribou) und der Handel mit reinem Kupfer.

Comanchen:
Die Comanchen lebten ursprünglich im 16. Jahrhundert in den östlichen Rocky Mountains im heutigen Wyoming und gehörten zur Sprachfamilie der uto-aztekischen Shoshonen. Sie waren zu dieser Zeit noch ein primitives Volk und bestritten ihren Lebensunterhalt als Jäger und Sammler. Bei der Jagd beschränkte sich die Beute aber auf Kleintiere wie Kaninchen oder sonstige Nager. Die Menschen dieses Volkes waren recht klein, ihre Durchschnittsgröße lag bei 1,50 bis 1,60 Meter. Sie nannten sich selber „Nemene“, das „Volk“. Später erhielten sie von anderen Stämmen unterschiedliche Namen, so hießen sie bei den Sioux „Pah-doo-kah“, oder bei den Cheyenne „Shishin-ohto-kit-ahn-ay-oh“, was soviel wie „Schlangenvolk“ bedeutet. Das Wort „Comanche“ prägten aber erst die Spanier. Die Bezeichnung kommt von dem Wort „Kohmahts“, ein Begriff aus dem Stamm der Ute, was soviel bedeutet wie „Jene, die uns dauernd bekämpfen“. Die Comanchen waren ein sehr kriegerisches Volk. Nachdem sie immer tiefer in den Süden vorgedrungen waren, führten sie gegen alle, die versuchten ihr Land in Besitz zu nehmen, Krieg.

Conestoga:
Conestoga ist die Bezeichnung für die letzten Überlebenden vom Stamme der Susquehanna, Stamm der Irokesen-Konföderation aus Pennsylvannia.

Creek:
Eigentlich versteht man unter diesem Namen die Muskogee-Indianer, unter deren Initiative und Leitung eine Liga verbündeter Stämme entstand, die ebenfalls als Creek-Indianer bezeichnet wurden. Die Muskogee gehörten zu den wichtigsten Vertretern der südöstlichen Maisbaukultur. Der Name Creek deutet darauf hin, dass ihre Siedlungen stets an Bächen (engl. creek) angelegt waren.

Croatan:
Die Croatan sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der auf Roanoke Island im heutigen US-Bundesstaat Virginia lebte. Als Behausung verwendeten sie das Langhaus und als Nahrung bauten sie hauptsächlich Mais an.

Crow:
Der Stamm der Crow, dessen Volk auch übersetzt Krähenindianer genannt wurde, gehörte zur Sprachfamilie der Sioux. Sie selber nannten sich Absaroka, womit ursprünglich ein krähenartiger Vogel beschrieben wurde, so dass die Bezeichnung Krähenindianer eigentlich nicht korrekt ist. Die Crow waren Nomaden und lebten von der Büffeljagd. Ihr Stamm zerfiel in zwei Teile: die Mountain Crow und die River Crow. Trotz der gemeinsamen Sprache mit den Sioux, standen sie ständig mit ihnen (sowie mit den Cheyenne und den Arapahoes) auf Kriegsfuß. Durch den Umstand, dass sie als gerissene Pferdediebe tätig waren, gehörten sie zu den reichsten Pferdebesitzern der nördlichen Plains. Die Crow zählten auch zu den wenigen Stämmen, die sich mit der US-Regierung während des gesamten Indianerkrieges arrangierten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert verbündeten sie sich sogar mit den Weißen und standen auch der US-Armee als Späher zur Verfügung. Die Crow halfen der Armee bei der Suche der feindlichen Cheyenne und Sioux. So konnten sie sich ohne großes Risiko an ihnen rächen. Für ihre Hilfe erhielten sie eine Reservation in ihrer Heimat, im Süden von Montana.

Dogi:
Sie waren eine Stammesgruppe, die in der Piedmont-Region in Virginia lebten. Die Dogi waren bereits um 1670 ausgerottet.

Eel River:
Sie waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den Bundesstaaten Indiana und Ohio beheimatet war. Sie bewohnten kuppelförmige fell-, stroh- oder rindenbedeckte Hütten. Die Eel River bauten Mais an, der ihre Hauptnahrung darstellte. 1828 verkauften sie ihre Reservation am Eel River in Indiana und lebten fortan mit den Miami zusammen.

Erie:
Die Erie (= die Langschwänzigen) sind ein Volksstamm der großen Irokesen-Sprachfamilie und bewohnten ein Gebiet im Süden des Eriesees. Von den Franzosen wurden sie auch als Neutrale bezeichnet, da sie nicht dem Irokesen-Bund beitraten und ihre Stammesverwandten gegen die Irokesen nicht unterstützten. Bei den Irokesen wurde ihr vollständiger Name mit „das Panthervolk“ übersetzt. Nach der Vernichtung der Huronen durch den Irokesen-Bund nahmen die freundlichen Erie Überlebende dieses Stammes bei sich auf. Die Irokesen forderten die Erie auf, die Flüchtlinge für den Marterpfahl ausliefern. Diese lehnten aber die Forderung ab und begründeten ihre Ablehnung mit dem indianischen Gesetz der Gastfreundschaft. Daraufhin überfielen die Irokesen die Erie und rotteten sie bis 1656 fast vollständig aus. Überlebende flüchteten zu den Algonkin oder schlossen sich den Huronen an, die ihre Heimat verließen. Die Erie, die bei den Algonkin Unterkunft erhalten hatten, zogen aber später zu Algonkin-Stämmen nach Indiana und Michigan. Unter deren Schutz stieg ihre Zahl wieder an. Aus ihnen entstand der Stamm der Wyandot, der berühmt und berüchtigt wurde.

Eskimos (Inuit):
Anmerkung: Eskimo bedeutet übersetzt soviel wie „Rohfleischfresser“. Die „Eskimos“ bevorzugen die Bezeichnung „Inuit“ was soviel heisst wie „Mensch(en)“ (siehe „Inuit“).

Flathead:
Der Stamm der Flathead-Indianer lebte im westlichen Teil der nördlichen Rocky Mountains. Er bestand aus drei Untergruppen: Den Spokanes, den Callspells, und den Coeur d´ Alêne. Sie lebten ursprünglich von der Jagd auf Kleinwild, vom Fischfang und dem Sammeln von Früchten. Im 18. Jahrhundert kamen sie in den Besitz von Pferden. Von da an begannen sie, jenseits der Rocky Mountains auch Büffel zu jagen. Die Forscher Lewis und Clark konnten nach ihrer Reise nur Positives über dieses Volk berichten.

Fox:
Zur Sprachfamilie der Algonquin gehörender Stamm, der mit den Kickapoo und Sauk eng verwandt ist und eine Unterabteilung bildet. Kulturell gehören diese Indianer zum östlichen Waldgebiet. Die Fox-Indianer sind durch die Beschreibung Maximilian v. Wieds bekannt geworden.

Hopi:
Eine Abweichung des eigentlichen Stammesnamen »Hopitu«, die Friedfertigen. Die Hopis bilden eine eigene Untergruppe der Uto-Aztekischen Sprachfamilie und sind mit den Schoschonen verwandt. Kulturell gehören die Hopis zu den Pueblo-Indianern. Seit dem 16. Jahrhundert in Kontakt mit Europäern, haben die Hopis ihre eigene Kultur überraschend gut bewahrt. Heute existieren rund 3.000 Mitglieder dieses Stammes.

Housetonic:
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im heutigen US-Staat Massachusetts lebte. Ihre Wohnstätte war das Langhaus und sie ernährten sich von Mais und der Jagd. 1832 trat der kleine Stamm mit den Munsee in einen Bund ein, um sich auf diese Weise Land in Wisconsin kaufen zu können. Auf diesem Land leben heute noch Stammesangehörige. Andere Housetonic siedelten sich bei den Cherokee im Indianer-Territorium in Oklahoma an.

Inuit:
Die Inuit gehören zu den Indianern, wenn sie auch eine Sonderentwicklung darstellen. Von den Inuit am Kap Prince of Wales bis zu den Polar-Eskimos in Grönland sprechen diese Menschen die gleiche Sprache. Auch die Aleut gehören sprachlich zu den Inuit, wenn ihr Dialekt auch stark abweichend ist. Die Inuit in Point Barrow gehören zu den besten Märchenerzählern, denn hier grenzen verschiedene Gruppen aneinander, was zu regem Kulturaustausch geführt hat.

Irokesen:
Liga von ursprünglich fünf, später sechs Stämmen verwandter Sprache mit hochentwickelter politischer Organisation. Unter dem Einfluss europäischer Kontakte begannen die Irokesen mit Hilfe von Feuerwaffen ihr Einflussgebiet rasch auszudehnen. Dies führte dazu, dass benachbarte Stämme, meist zu den Algonquin gehörend, in die irokesischen Stämme aufgenommen wurden, ohne politisch selbständig zu bleiben. Die Stämme der Liga gehören kulturell zu den nordöstlichen Waldindianern, haben aber gewisse kulturelle Beziehungen zum Südosten. Heute leben rund 20.000 Irokesen in den USA und in Kanada.

Karok:
Eigentlich Karuk, ein Stamm von Indianern am Klamath-Fluss und vermutlich zur Hokan-Familie gehörend. Die Karok lebten hauptsächlich vom Lachsfang. Von der ursprünglichen Kultur sind kaum mehr als Spuren vorhanden, insgesamt wurden 1930 noch 755 Mitglieder dieses Stammes gezählt.

Keres:
Zu den Keresan-Pueblos, einer sprachlich eigenständigen Gruppe, gehört eine Anzahl von Dörfern in Neu-Mexiko. Seit dem 16. Jahrhundert in Kontakt mit Europäern, haben diese Indianer einen Großteil ihrer Kultur bewahrt, wenn auch die zwangsweise Christianisierung durch die Spanier viel Altes vernichtet hat.

Kickapoo:
Die Kickapoo sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Einst waren sie Verbündete der Sauk und Fox. Um das Jahr 1750 zogen sie und andere Stämme der Algonkin-Familie zu Verwandten ins Ohiogebiet in den heutigen Staat Illinois. Die Algonkin-Stämme standen in den Diensten der Franzosen und wurden von ihnen gegen die Engländer aufgehetzt. Die Franzosen bewaffneten die Algonkin-Stämme und bildeten sie zu guten Schützen aus, um ihre Beutezüge zu organisieren. Die Kickapoo nahmen auch an dem Krieg von 1754 bis 1763 teil. In diesem Krieg siegten die Engländer. Von den Franzosen fühlten sich die Kickapoo verraten, was sie veranlaßte, sich zurückzuziehen. Nach der Vertreibung der Irokesen-Liga nach Süden wurden sie friedliche Ackerbauern. Sie lebten in großen Dörfern. Ihre Behausung war der Wigwam und sie bauten kilometerlange Maisfelder an. Ihre Kultur bestand aus Teilen der Waldland-Kultur und aus Teilen der Kultur des Südostens. Das Gebiet von Illinois mußten sie 1819 an die Vereinigten Staaten abgeben. Die Kickapoo wurden nun an den Westufern des Missouri in der Nähe von Fort Leavenworth angesiedelt.

Kiowa:
Bis vor dem 17. Jahrhundert waren die Kiowa sesshaft und bestritten ihren Lebensunterhalt als Ackerbauern. Erst später wurden sie zu Bisonjägern und Pferdezüchtern. Sie gehörten zur Sprachfamilie der Uto-Azteken. Im Jahre 1780 wurde das kleine Volk der Kiowa von den Sioux aus den Black Hills vertrieben. Sie zogen in Richtung Süden nach Kansas, wo sie am Arkansas-River auf die Comanchen trafen, mit denen sie zunächst kleine Reibereien austragen mussten. Später jedoch verbündeten sich die beiden Stämme, und unter dem Einfluss der Comanchen wurden die Kiowa zu den gefährlichsten und kriegerischsten Indianern der ganzen südlichen Prärie. Heute leben noch ca. 9.500 Kiowas.

Kitchawank:
Kitchawank (= Am großen Berg). Sie sind ein Stamm Wappinger-Konföderation. Ihre Heimat war das Ostufer des Hudson River und haben diese durch einen Vertrag vom 30. August 1645 an die Holländer Manhattan Peninsula verloren.

Kutenai:
Sprachlich wahrscheinlich eigenständig, gehören die Kutenai in Britisch-Columbia zu den Stämmen, deren Stammesgebiet sich noch in historischer Zeit veränderte. Wie alle Stämme des Plateaugebietes haben auch die Kutenai sowohl von den Plains als auch vom nördlichen Waldgebiet Einflüsse erfahren. Als mehr oder minder typische Vertreter der Kulturen am oberen Columbia-Fluss spielt bei diesem Stamm naturgemäß der Fischfang eine große Rolle.

Kwakiutl:
Zusammen mit den Bellabella gehören die Kwakiutl zu einer der beiden Unterabteilungen der Wakaschan-Sprachfamilie, deren zweiter Zweig von den Nutka gebildet wird. Alle Stämme gehören kulturell zur Fischereikultur der Nordwestküste, die sich durch strikte Sippenorganisalion, kapitalistische Wirtschaftsweise, eigenwillige Ornamentik, besonders in der Schnittkunst, große Häuser aus Zedernholz, Seefahrt und Handel auszeichnet. Heute ist von der alten Kultur nur noch wenig vorhanden, doch konnte der größte Teil des Kulturgutes vor dem Zerfall der Stämme wissenschaftlich erfasst werden.

Mahican:
Dieser Stamm ist bekannt geworden durch die Romane von J. F. Cooper „Der Lederstrumpf“. In Coopers Zeit nannte man sie Mohican = Mohikaner. Sie waren ein Stamm innerhalb der Algonkin-Sprachfamilie und lebten im Gebiet des nördlichen Hudson Rivers. Sie hatten die gleichen Gewohnheiten wie die Delawaren, da sie mit ihnen verwandt waren. Zur Zeit der Besiedlung New Englands durch die Weißen waren die Mahican der bedeutendste Stamm dieses Gebietes. Aber Alkohol und Kriege gegen die Eindringlinge ließ den Stamm bereits um Jahr 1700 auf einige Clans schrumpfen. Um das Jahr 1724 schlossen sie sich ihren Verwandten, den Delawaren und Shawnee an. Heute gibt es noch einige Dutzend Mahican, die aber heute Stockbridge-Indianer genannt werden, weil sie lange an einem Ort gleichen Namens lebten. Nicht zu verwechseln mit den Mohegan.

Maidu:
Ursprünglich als sprachlich eigenständig angesehen, werden die Maidu heute meist zu der Penutian-Sprachfamilie gerechnet. Die Maidu gehören zu den typischen Stämmen Kaliforniens; ohne starken stammesmäßigen Zusammenhalt lebten diese Indianer friedlich in zahlreichen kleinen Siedlungen, nährten sich in der Hauptsache von Sammeln und von der Jagd. Töpferei war unbekannt, gekocht wurde in wasserdichten Körben, in denen mit Hilfe von heißen Steinen das Wasser zum Sieden gebracht wurde. Heute sind nur noch kümmerliche Reste (unter hundert) dieses einst zahlreichen Stammes vorhanden.

Massachuset:
Sie sind ein Algonkin-Stamm und im gleichnamigen USA-Staat beheimatet. Ihre Nachbarn waren die Wampanoag mit denen sie freundschaftliche Beziehungen hatten. Eine Epidemie dezimierte den Stamm von 10.000 auf nur noch 1.000 Mitglieder. Die Massachuset spielten keine bedeutende Rolle in der Geschichte.

Mattapony:
Sie sind ein Algonkin-Stamm, der in sogenannten Langhäusern wohnte und als Hauptnahrung Mais anbaute.

Menomini:
Zur Sprachfamilie der Algonquin gehörender Stamm, den Cree- und Fox-Indianern eng verwandt. Der Stammesname bedeutet «Leute des wilden Reises«, da diese Indianer hauptsächlich vom Sammeln dieser Pflanze lebten. Neben wildem Reis spielte die Jagd, wie eben bei allen nordöstlichen Wald-Stämmen, eine große Rolle. Rund 2.000 Menomini existierten 1937. Die Menomini haben den größten Teil ihrer eigenständigen Kultur eingebüßt, wenn auch der wilde Reis noch immer eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt.

Miami:
(Maumee, Twigthwee). Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den Bundesstaaten Illinois und Wisconsin beheimatet war. Ihre Behausung war die kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütte. Ihr Hauptnahrung war der Mais. Ihr Name stammt von dem Chippeway-Wort „Omaumeg“ oder „Leute, die auf der Halbinsel leben“. Erstmals hatten die Miami im Jahre 1658 bei Green Bay mit Weißen Kontakt. Sie verließen ihre Heimat und zogen zum Quellgebiet des Fox River. Aus dieser Heimat wanderten sie zu dem Quellgebiet des Wabash und Maumee aus. Die Miami besaßen gute Kontakte zu den Franzosen, auf dessen Seite sie auch kämpften. Zu den Piankashaw hatten sie ebenfalls gute Beziehungen. Dieser Stamm war wahrscheinlich einmal ein Teil der Miami. Unter dem Häuptling Little Turtle nahmen sie an den Pontiac-Aufstand teil. Im Jahre 1790 besiegten sie zweimal General Josiah Harmer und 1791 General Arthur St. Clair. Jedoch gegen General Wayne erlitten sie 1794 in der Schlacht von Fallen Timbers eine herbe Niederlage. Nach dem Krieg übergaben die Miami das gesamte Gebiet südlich und östlich des Ohio der US-Regierung. Im Krieg von 1812 waren die Miami Verbündete der Engländer, die durch Oberst John Campbell in der Schlacht von Mississinewa am 18. Dezember 1812 besiegt wurden. Die Miami wurden 1838 nach Kansas zwangsumgesiedelt, wohin bereits andere verbündete Stämme deportiert waren. 1867 wurden sie nach Oklahoma ins Indianerterritorium gebracht. 393 Miami wurden im Jahre 1985 in Oklahoma registriert. Untergruppen waren: die Piankashaw, die Peoria (Piware, Peouaria) und die Eel River.

Michigamea:
Die Michigamea heißen in der Algonkin-Sprache „Großes Wasser“ und sind gegen Ende des 17. Jahrhunderts von den Chickasaws aus ihren Jagdgründen vertrieben worden. Um das Jahr 1818 bestand der Stamm nur noch aus drei männlichen Stammesmitgliedern. Nach ihrem Namen wurde der US-Staat Michigan benannt.

Modoc:
Eigentlich Moatokni – Südleute, ein kleiner Stamm von ursprünglich kaum mehr als 500 bis 800 Indianern, der zur Sprachfamilie Shapwailutan gehört. Kontakte mit den weißen Siedlern traten verhältnismäßig spät auf, führten aber bald zu gegenseitigen Reibereien, die im sogenannten Modoc-Krieg (1872-73) endeten. Die Modoc wurden damals durch ihren verbissenen Widerstand gegen weiße Bevormundung bekannt. Kaum dreihundert Mitglieder zählt der Stamm heute, von denen die meisten ihre alte Kultur völlig eingebüßt haben.

Mohegan:
Die Mohegan sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, deren Heimat östlich des Wappinger Country im heutigen Bundesstaat Connecticut war. Sie waren ein Zweig der Pequot, der sich unter ihrem Häuptling Uncas vom Hauptstamm in Feindschaft trennte und dieser Zustand auch nach der Gründung eines neues Stammes anhielt. Als im Jahre 1636 der Pequot-Oberhäuptling Sassacus einen Krieg gegen die englischen Ansiedler begann, kämpften die Mohegan unter Führung von Uncas auf Seiten der Engländer. Die englische Armee, welche sich aus 240 Kolonisten, 70 Mohegan und 1.000 Narraganset zusammensetzte, griff in der Nacht ein befestigtes Dorf der Pequot in der Nähe des Mystic River an, tötete 600 Bewohner und brannte schließlich die Ortschaft nieder. Damit war die Macht der Pequot gebrochen. Nach dem Massaker floh Sassacus zu den Mohawk, wo er am Marterpfahl endete. Die Mohegan, hatten nur wenige Krieger gegenüber den Narraganset, hielten aber stets die Treue zu den Engländern. Auch als die vereinigten Stämme der Narraganset, Pequot, Wamponoag und andere Algonkin-Stämme unter der Führung von King Philip im Juni des Jahres 1675 einen Krieg anfingen, waren die Mohegan auf Seiten der Engländer mit 500 Gewehr- und Bogenschützen vertreten. Dieser Krieg endete im August 1676 mit dem Tod von King Philip. Die letzten 400 Mohegan bewohnten im 19. Jahrhundert mit ihrem Häuptling Ihtauokam ein Stück Land in Wisconsin am Winnebagosee in der Nähe der Green Bay, welches sie von der Regierung erhalten hatten. Verwechseln Sie nicht die Mohegan mit den Mahican.

Montauk:
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachgruppe, der in Long Island, New York, beheimatet war. Seine Wohnstätte war das Langhaus und sie ernährten sich hauptsächlich von Fisch. Die Montauk wurden im 17. Jahrhundert durch Krieg und Krankheit stark dezimiert, so dass sie Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet waren. Ihre Name ist durch eine Felsspitze im Osten von Long Island und durch die Benennung einer Stadt erhalten geblieben.

Nanticoke:
Die Nanticoke sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der am Nanticoke River in Maryland beheimatet war. Zwischen ihnen, den Delawaren und conoys bestand eine lose Interessengemeinschaft. Als die englische Besiedlung immer weiter vorrückte, wanderten die Nanticoke im Jahre 1748 zum Susquehanna River nach Norden und schlossen sich dem Irokesen-Bund an.

Narraganset:
Sie sind ein Stamm der großen Algonkin-Sprachfamilie, der an der Atlantikküste lebte und zu Beginn der Kolonisation Neuenglands durch die Weißen, der führende Stamm der Algonkins an der Küste war. Die Narraganset hatten 30 Dörfer, die in den heutigen Staaten Connecticut und Rhode Island lagen. Sie hatten einen so hohen Führungsanspruch, dass andere Stämme der Region Tribut an sie zahlen mussten. Jedes ihrer Dörfer bildete eine politische Einheit, sie waren aber über einem Bund zusammengeschlossen, den ein Sachem anführte. Im Jahre 1636 begannen die Pequot unter Führung ihres Sachem Sassacus einen Krieg gegen die Engländer, da diese immer weiter in ihr Stammesgebiet vordrangen, bei dem die Narraganset unter ihrem Sachem Canonicus die verbündeten Engländer mit 1.000 Kriegern unterstützten. Im Juni des Jahres 1637 endete der Pequot-Krieg mit dem Sieg der Engländer. Die Engländer gingen nun auch rücksichtslos gegen ihre Verbündeten vor, was die Narraganset unter ihrem jetzigen Sachem Canonchet, ein Nachfolger und Großneffe des im Jahre 1647 verstorbenen Canonicus, 1675 veranlaßte, sich mit den Wamponoag unter Führung Metacom (die Engländer nannten ihn King Philip) zu verbünden. Diesem Bund traten auch die Pequot und andere Stämme des Gebietes bei. 1675/76 kam es zum Krieg, in dem die vereinten Stämme von den Engländern und ihren verbündeten. den Irokesen, Mohegan und anderen christlichen Indianern vernichtend geschlagen wurden. Sechs Monate nach Beendigung des Krieges wurde Canonchet von den Engländer gefangen genommen und hingerichtet. Mit dem Tod ihres Häuptlings und den hohen Verlusten war die Macht der Narraganset gebrochen. Heute gibt es nur noch wenige Narraganset, die um das Fortbestehen ihres Stammes fürchten müssen.

Nashua:
Die Nashua sind ein Unterstamm der Massachuset. Sie nahmen am König Philip-Krieg gegen die verhaßten Engländer teil. Der Stamm wurde von den Briten nach dem Krieg fast vollständig gefangen genommen und als Sklaven auf die Bermudas verkauft.

Nauset:
Die Nauset sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Langhäusern wie die Irokesen im südlichen Cape Cod lebte. Ihre Hauptnahrung war Fisch.

Navaho/Navajo:
Zusammen mit den Apachen bilden die Navaho, auch Navajo geschrieben, die südlichen Athapasken. In ihrer ursprünglichen Kultur und in ihrer Sprache unterscheiden sie sich kaum von den Apachen, haben aber seit dem Zeitpunkt ihrer Einwanderung in den Südwesten große Teile ihrer jetzigen Kultur von ihren Nachbarn entliehen. Der Name Navaho oder Navajo stammte von den Spaniern. Sie nannten das Volk „Apaces de Navajo“ („Apachen des bepflanzten Landes“). Die Navaho lebten in festen Hütten, den sogenannten Hogans. Sie wurden aus Steinen, Lehm und Stroh gebaut, besaßen keine Fenster und hatten einen einzigen großen Ausgang nach Osten. Während große Teile der Mythologie und der Zeremonien den Pueblokulturen entstammen, gehen Silberschmieden, Weben, Schaf- und Pferdezucht auf spanisch-mexikanische Einflüsse zurück. Der Stamm wuchs durch verbesserte Hygiene und weiße Wirtschaftseinflüsse, vor allem Schafzucht, von rund 8.000 im Jahre 1850 auf über 70.000 im Jahre 1916. Im zweiten Weltkrieg dienten ca. 3.000 Navaho-Indianer bei der US-Armee im Kampf gegen die Japaner. Was diese Männer so unentbehrlich machte, war ihre Sprache. Sie entwickelten daraus einen so komplizierten Code für wichtige militärische Mitteilungen, dass selbst die besten japanischen Experten nicht in der Lage waren, bis zum Kriegsende diesen zu knacken. Heute leben noch ca. 160.000 Navaho im größten Reservat der USA. Trotz Kleinindustrie und Schulen ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch. Insgesamt wurden im Jahre 1990 in den USA ca. 220.000 Navaho gezählt.

Neutrale:
Die Neutralen sind ein Volksstamm des Irokesenvolkes, die ihre Heimat westlich der Irokesen-Liga hatten. Sie lebten im Süden des Eriesees und ihre Anzahl an Stammesangehörigen glich ungefähr dem der Huronen. Neutrale wurden sie genannt von den Franzosen, da sie weder der Irokesen-Liga noch anderen Stammesverwandten im Kampf gegen die Irokesen-Liga unterstützten. Die Neutralen wurden von der Irokesen-Nation im Jahre 1651 unterjocht, nachdem sie die Huronen als Stamm vernichtet hatten. Jedoch ereilte sie eine nicht so schlechte Behandlung wie anderen Irokesen-Stämmen, da sie sich aus allen Kriegen herausgehalten hatten.

Nez Perce:
Die Nez Perce gehören zur Schahaptian-Abteilung der Schapwailutan-Sprachfamilie. Der Name stammt von französischen Pelzhändlern und bedeutet »Durchlöcherte Nasen«, ein Name, der wahrscheinlich aus der Zeichensprache entnommen ist. Die Nez Perce wurden nach der Einführung des Pferdes überwiegend zu Reitern und Bisonjägern, gehören aber ursprünglich nicht zu den typischen Plains-Indianern.

Niantic:
Sie sind ein Volksstamm der großen Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der Süden von Cape Cod. Sie erbauten als Behausung Langhäuser und ernährten sich vom Fischfang.

Nipmuck:
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im heutigen US-Staat Massachusetts lebte. Sie verwendeten als Unterkunft das Langhaus und ernährten sich von der Jagd, vom Fischfang und vom Mais. Die Nipmuck waren in Zentral-Massachusetts im 17. Jahrhundert einer der Stämme, dem sich die Wampanoag nach ihrer Verdrängung durch weiße Siedler im König Philip Krieg im Jahre 1674 anschlossen. In diesem Krieg waren die Nipmuck mit den Wampanoag und Narraganset unter Führung des Narraganset-Häuptlings König Philip miteinander verbündet. Mit einer Niederlage der drei Stämme endete der Krieg, bei dem die Nipmuck fast vollständig ausgerottet worden.

Osage:
Ein Stamm der Siouan-Sprachfamilie, der am gleichnamigen Fluss (Osage-River) und am Missouri-Fluss lebte. Die Osage waren bei den Stämmen der südlichen Plains wegen ihrer Tapferkeit berühmt. Bedeutend war die gesellschaftliche Organisation der Osage-Indianer.

Ottawa:
Der Name bedeutet soviel wie »Händler«, denn die Ottawa waren bekannt als Zwischenhändler. Die Manitoulin-Inseln gelten als die Urheimat der Ottawa, erst später siedeln sie in Michigan. Die Ottawa sind ebenfalls ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat lag im Norden und Süden des Huronsees. Sie waren sehr kriegerisch und verbündeten sich um das Jahr 1750 mit den Potawatomi, Chippewa, Delawaren, Illinois, Kickapoo, Miami, Sauk und Fox und Shawnee. Da sie Verbündete der Franzosen waren, setzten sie den Engländern heftigen Widerstand entgegen. Nach dem Krieg von 1754 bis 1763 verloren die Franzosen das gesamte Gebiet östlich des Mississippi an die Engländer. Pontiac forderte seine Verbündeten zum Widerstand gegen die englischen Eindringlinge auf, wurde aber nach mehreren Monaten Krieg von seinen Verbündeten im Stich gelassen. Daraufhin gab Pontiac auf. Nach seiner Ermordung kämpften die Algonkin-Stämme auf Seiten der Engländer gegen die 13 aufständischen Kolonien. Nach der Unabhängigkeit standen die Algonkin wieder ihren Feinden den Vereinigten Staaten gegenüber. Die Ottawa, von den Engländern aufgehetzt, führten nun Krieg unter Miami-Häuptlinge Little Turtle und dem Häuptling der Shawnee Blue Jacket gegen die Vereinigten Staaten. Sie schlugen General Harmar 1790, 1791 General St. Clair und wurden erst 1794 von General Wayne in der Schlacht bei Fallen Timbers vernichtend geschlagen. Nach der Grenzziehung gehörten die im Norden des Huronsees wohnenden Ottawas zu Kanada und die im Süden zu den USA. Die in Michigan – zu USA gehörend – lebenden Ottawa, Potawatomi und Chippewa mußten allerdings ihr Stammesgebiet verlassen. Die Ottawa waren treue Verbündete der Franzosen und geschätzt als Hilfstruppen. Pontiac war der berühmteste Häuptling der Ottawa. Rund 2.030 Ottawa leben heute in den USA und etwa 1.500 in Kanada.

Paiute:
Dieser Sammelname bezeichnet zwei grundsätzlich verschiedene Gruppen. Die nördlichen Paiute waren kein eigentlicher Stamm, sondern gliederten sich in kleinere Gruppen, die alle zur schoschonischen Untergruppe der Uto-Aztekischen Sprachfamilie gehörten. Die südlichen Paiute, auch als Digger bezeichnet, lebten als einfache Sammler in den wüstenähnlichen Gebieten von Utah, Arizona und Nevada. Die Paiute gehören zu den einfachsten Indianerkulturen Nordamerikas; zahlenmäßig gering, verschwand diese Kultur rasch unter dem Einfluss weißer Siedler.

Patchcoag:
Patchcoag (auch „Poosepatuck“) bedeutet im Deutschen „Wo-sie-sich-teilen“. Sie waren ein kleiner Indianerstamm, der im Südosten von Long Island – dem heutigen New York, lebte.

Pawnee:
Einer der Hauptstämme der Caddo-Sprachfamilie. Die Arikara trennten sich erst spät von den Pawnee. Stets freundlich gegenüber den Weißen, stellten die Pawnee den größten Teil der Pfadfinder in den Indianerkriegen. Dennoch wurde der Stamm nach Oklahoma umgesiedelt, um Platz zu machen für weiße Siedler. Die Pawnee sind bekannt wegen ihrer Feindschaft gegen die Sioux, ihrer halblandwirtschaftlichen Kultur und ihrer Zahl. Ursprünglich etwa 12.000 bis 13.000 Menschen stark, verloren sie durch Seuchen den größten Teil ihrer Bevölkerung. Heute leben noch etwa 1.000 Pawnee in Oklahoma.

Pennacook:
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der an dem Ufer Merrimac River zwischen Massachusetts und New Hampshire lebte. Das Stammesgebiet lag zwischen den Grenzen der Kolonialmächte Englands und Frankreichs.

Pequot:
(=Zertrümmerer). Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und lebten in Cennecticut und Long Island. Ihr Leben glich dem der Atlantikküste. Als Engländer in ihr Stammesgebiet eindrangen, gingen sie 1636 unter ihrem Häuptling Sassacus auf den Kriegspfad. Ihr erster Überfall war erfolgreich, dann aber verbündeten sich die Engländer mit den Narraganset und Mohegan. In der Nacht eines Junitages des Jahres 1637 wurde ein befestigtes Pequot-Dorf von 240 Kolonisten, 1.000 Narraganset und 70 Mohegan angegriffen, die Bewohner getötet und die Wigwams niedergebrannt. 600 Pequot kamen bei diesem Massaker ums Leben. Im King Philip Krieg von 1675 wurden die verbündeten Wamponoag, Narraganset und Pequot von den Engländern vernichtend geschlagen. Damit war die Macht der Pequot und anderer Stämme in New England gebrochen. In kleinen Reservationen in Connecticut leben heute noch einige Pequot.

Petun:
Die Petun sind ein Volk der Tobacco-Nation und gehören der irokesischen Sprachfamilie an. Sie waren enge Verbündete der Huronen. Die Petun wurden im Jahre 1649 von den Irokesen vernichtend geschlagen. Um 1610 zählte ihre Bevölkerung 8.000 Personen, die bis 1639 auf 1.200 dezimiert wurde.

Pima:
Dieses Wort bedeutet in der Stammessprache »Nein« und ist sicher nur irrtümlich zum Namen geworden. Sie gehören als eigene Untergruppe zur Uto-Aztekischen Sprachfamilie. Ihre nächsten Verwandten sind die Papago und Quahatika in den USA und die Nevome in Mexiko. Rassisch gehören die Pima und ihre Nachbarn zu den ältesten Indianergruppen Nordamerikas.

Pocumtuc:
Die Pocumtuc sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Massachusetts lebte und inzwischen ausgestorben ist.

Potawatomi:
Sie waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und lebten zwischen den Huron- und Michigansee im heutigen Michigan. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zogen sie aus ihrer Heimat in den Norden von Illinois. Die Potawatomi zählten zu den gefährlichsten Kriegern der Vereinigten Staaten. Auch wenn es zu einigen Streitigkeiten zwischen den Algonkin-Stämmen kam, so waren die Potawatomi die äußere Verteidigungslinie der Algonkin-Stämme gegen die Sioux. Auch sie waren Verbündete der Franzosen gegen die Engländer. Nach dem Krieg von 1763 mussten sie ihr gesamtes Gebiet östlich des Mississippi an die Briten abgeben. Sie schlossen sich daraufhin den Ottawas unter Führung Pontiacs an und kämpften fortan gegen die verhassten Weißen. Im Unabhängigkeitskrieg waren sie Verbündete der Engländer. Im Jahre 1790 besiegten die Potawatomi unter Führung von Black Wolf und den verbündeten Miami mit Little Turtle an der Spitze General Harman und ein Jahr später auch General St. Clair. In der Schlacht von Fallen Timbers im Jahre 1794 wurden sie von General Wayne vernichtend geschlagen. Auch die Shawnee unter Blue Jacket waren an der Schlacht beteiligt. Nach dem sie auch unter dem Shawnee-Häuptling Tecumseh besiegt wurden, zogen sie sich in ihr Stammesgebiet zurück und blieben ab diesem Zeitpunkt friedlich. 1846 wurden sie aus ihrer Heimat mit sanfter Gewalt vertrieben und nach Kansas gebracht. 1867 wurden die Potawatomi im Indianergebiet von Oklahoma angesiedelt.

Pueblo-Indianer:
Die Anasazi gelten als Vorfahren der Pueblo-Indianer und bauten ihre Behausungen in Felsenhöhlen hinein. Die „Wohnungen“ hatten teilweise 5 Stockwerke und waren nur über Leitern zu erreichen. Eine Verteidigung gegen kriegerische Indianer war nun sehr leicht. Dennoch wurden diese Festungen im 14./15. Jahrhundert aufgegeben. Warum das so war, ist bis heute nicht geklärt. Mögliche Gründe sind lange Dürreperioden, die das Land unfruchtbar machten. Die Anasazi-Gruppen zogen nun weiter nach Süden, bis in die Täler des Rio Grande, wo sich neue Stämme bildeten. In diesem trockenen Gebiet entwickelten sie ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das den Boden für die Landwirtschaft fruchtbar machte. Als Unterkunft dienten nun mehrstöckige Häuser, die aus Lehmziegel oder Felsgestein gefertigt wurden. Neben Pfeil und Bogen, sowie Speer und Messer benutzten sie ein Wurfholz als Waffe, das große Ähnlichkeit mit einem Bumerang hatte und das für die Hasenjagd verwendet wurde. Der Grund, warum man glaubt, dass die Anasazi die Vorfahren der Pueblo-Indianer waren, sind die Gemeinsamkeiten, die man in ihrem Glauben, ihrer Handwerkskunst, ihrer Technik in der Landwirtschaft und insbesondere in der Bauweise ihrer Unterkünfte wiederfindet. Allerdings gab es auch Unterschiede zu den Anasazi. Stammesbildung war bei den Pueblo-Indianer unbekannt. Jedes Dorf hatte seine Eigenständigkeit und auch die Sprache war je nach Region unterschiedlich. Zwar stammte sie von einer einzigen Sprachfamilie ab, die man Tanoan nennt, jedoch die Dialekte (Tiwa, Tewa, Towa, Keresan) waren so unterschiedlich, dass man diese jeweils als eigene Sprache ansehen konnte. In den einzelnen Dörfern gab es Häuptlinge, die für die Jagd und die Kriegsführung verantwortlich waren. Die wahren Herrscher aber waren die Pueblo-Priester. Sie hielten die Verbindung zwischen den Menschen und den Göttern, den so genannten Kachinas aufrecht und waren gleichzeitig Medizinmänner und Astrologen. An ihre Verhaltensregeln mussten sich alle Stammesmitglieder halten.

Rockaway:
Rockaway bedeutet im Deutschen „Sandiger Boden“. Sie waren ein kleiner Volksstamm, der auf Long Island – dem heutigen New York, lebte.

Saconnet:
Sie waren eine kleine Untergruppe der Narraganset. Sie hatten einen weiblichen Sachem und kämpften während des König Philip-Krieg (1675) auf Seiten der Briten. Die Saconnet verkauften um das Jahr 1700 ihr Stammesgebiet und nach einer verheerenden Pockenepidemie war die Personenzahl auf ein Dutzend Überlebender gesunken. Compton auf Rhode Island war ihre Heimat. Die Saconnet sind heute ausgestorben.

Salish:
Unter dieser Bezeichnung versteht man eine Anzahl von Gruppen der Salishan-Sprachfamilie, die sich in zwei große Abteilungen gliedert. Neben den Küstenstämmen dieser Sprachfamilie sind es besonders die Inland-Salish (Salisch), zu denen auch die Sanpoil gehören, die in geschichtlicher Zeit mit den Stämmen des Columbiabeckens identifiziert worden sind. Die Gruppen am Thompson-River gehören ebenfalls zur gleichen Sprachfamilie. Einige Stämme der Inland-Salish kamen als Flathead-Indianer (Interior-Salish) unter den Einfluss der Plains-Kultur.

Saponi:
Sie sind ein sogenannter Außenseiterstamm der Sioux-Sprachfamilie, der in North Carolina und Virginia beheimatet war. 1780 ist der gesamte Stamm durch Seuchen ausgerottet worden.

Sauk und Fox:
Die Sauk und Fox sind Stämme der Algonkin-Sprachfamilie. Ihre ehemalige Heimat südlich der Großen Seen – die heutigen US-Bundesstaaten Michigan und Wisconsin – verließen sie im Jahre 1750, um sich ihren Stammesverwandten im Ohiogebiet anzuschließen. Sie und die Chippewa, Delawaren, Illinois, Kickapoo, Miami, Ottawa, Potawatomi und Shawnee – alles Stämme der Algonkin-Sprachfamilie – kamen in den Einflussbereich der Franzosen und leisteten vergeblichen Widerstand gegen das Vorrücken der Engländer. Der Krieg in den Jahren 1754 bis 1763 war das letzte Aufbäumen der Franzosen und ihrer verbündeten Indianerstämme gegen die Engländer und Irokesen. Die Sauk und Fox waren am Krieg Pontiacs gegen die Briten nicht mehr beteiligt, da sie bereits das Ohiotal Richtung Mississippi-Gebiet verlassen hatten. Nach dem Krieg treten die Franzosen Kanada und Louisiana – gelegen westlich des Mississippi – an England ab. Die Sauk wurden auch Sac genannt und hatten fast die gleiche Sprache und Lebensweise wie die Fox. Beide Stämme traten meistens als ein Stamm auf. Sie bewohnten große Dörfer, in denen Wigwams errichtet waren, die sie mit Matten bedeckten, da es Birkenrinde in ihren Stammesgebiet nicht gab. Für ihren Lebensunterhalt gingen sie der Jagd und dem Ackerbau nach. Die Krieger beider Stämme hatten glattrasierte Schädel mit einem rotgefärbten Kamm in der Mitte. Wegen ihrer Kampfeslust waren sie an allen Kriegen der westlichen Algonkin beteiligt. Die Ansiedlungen der Weißen dehnten sich nach dem Krieg von 1812 immer weiter nach Westen aus, was die Sauk und Fox veranlasste, einige Teile ihres Stammesgebiete zu verkaufen. Die Sioux beschwerten sich in Washington wegen der Besitznahme ihres Landes durch die Sauk und Fox. Keokuk, ein Häuptling der Sauk und Fox, trat als Anwalt seines Volkes auf und der Prozessausgang endete mit dem Sieg durch seine Sachkenntnis und Logik. Im Frühjahr 1853 überfielen 1.500 Krieger der Apachen, Arapaho, Cheyenne und Osage alle Stämme aus dem Osten, die sich in der Prärie festgesetzt hatten. Diese Streitmacht wurde in der Schlacht am Kansas River von 100 Sauk- und Fox-Kriegern in die Flucht geschlagen. Sie wandten dabei eine von den Weißen erlernte Taktik an, in dem sie sich in Doppelreihe aufstellten. Nachdem die Krieger der ersten Reihe ihren Schuss abgaben, zogen sie sich zum Nachladen hinter die zweite Reihe zurück, die jetzt zum Schießen an der Reihe war. Daraufhin traten sie wieder in die 1. Reihe vor. Die Angreifer erlitten hohe Verluste, während die Sauk und Fox nur sechs tote Krieger zu beklagen hatten. Gegen diese Disziplin und Präzision hatten die angreifenden Prärie-Stämme nichts dagegen zu setzen. Ein Teil der Sauk und Fox lebt heute in Oklahoma, ein anderer nahe Tama im Bundesstaat Iowa.

Secotan:
Sie sind ein Stamm der Irokesen-Sprachfamilie, der in Langhäusern wohnte und Mais als Hauptnahrungsquelle anbaute.

Seminolen:
Die Bezeichnung „Seminole“ stammt aus der Sprachfamilie der Muskhogee, und bedeutet soviel wie „Vertrieben“ oder „Weggelaufen“. Der Stamm entstand im 18. Jahrhundert, als zunächst kleinere verschiedene Stammesgruppen aus den heutigen Staaten Alabama, Georgia und Carolina vor den Creeks flüchteten und nach Florida auswanderten. Der letzte Kampf zwischen Seminolen und Weißen fand am 19. Mai 1842 statt. Die letzte Widerstandsgruppe wurde aber erst im Jahre 1858 vernichtet. Danach wurden viele in ein Reservat nach Oklahoma deportiert. Der Stamm der Seminolen ist der einzige, der nie mit der US-Regierung einen regulären Friedensvertrag abgeschlossen hat.

Shinnecock:
Die Shinnecock sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Long Island, New York beheimatet war. Sie lebten in kuppelförmigen Strohhütten und ernährten sich von Mais, Fisch und von der Jagd. 160 Shinnecock lebten noch in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie hatten bereits zu dieser Zeit ihre Sprache und Kultur aufgegeben.

Sioux:
Eigentlich Dakota, d. h. »Verbündete«, haben diese Indianer einer Sprachfamilie ihren Namen gegeben, zu der außer den Plains-Dakota auch noch eine Reihe weiterer Stämme gehören. Ursprünglich in Wisconsin und Minnesota ansässig, wurden sie in geschichtlicher Zeit in die Plains gedrängt, wo sie rasch zu typischen Bisonjägern wurden. Diese Verdrängung geht wahrscheinlich auf die Chippewa zurück. Die Dakota gehören zu den »klassischen Indianern», nicht zuletzt durch ihren hartnäckigen Widerstand gegen die weißen Siedler. Gewöhnlich teilt man die Dakota in folgende Gruppen ein: Mdewkanton, Wahpeton, Wahpekute, Sisseton, Yankton, Yanktonai und Teton. Die Chippewas nannten die Dakota „Nadoweis-siw“, was soviel wie „Kleine Schlangen“ bedeutet. Für die französischen Pelzhändler, die mit den Chippewas Geschäfte machten, war dieses Wort aber kaum auszusprechen. Sie veränderten das Wort zu „Nadouessioux“ und benutzten schließlich nur noch die Endsilbe „Sioux“. Nach der Schlacht am Little Big Horn flüchteten viele Häuptlinge mit ihrem Volk in Richtung Norden. Dort wurden sie aber durch Hunger und Kälte zur Kapitulation gezwungen. Als die Reservate im Jahre 1890 durch die Geistertanzbewegung von Unruhe erfasst wurden, kam es am 29. Dezember desselben Jahres zum letzten großen Massaker durch die US-Armee. Hier wurden am Wounded-Knee 150 Männer, 250 Frauen und zahlreiche Kinder von der 7. Kavallerie mit Hotchkiss-Schnellfeuer-Kanonen getötet. Damit war der Widerstand der Sioux endgültig zusammengebrochen. Gegenwärtig zählen die Dakota rund 33.000 Mitglieder.

Susquehanna:
Sie sind ein Volksstamm der Irokesen-Sprachfamilie. Ihre Heimat waren die Ufer des Susquehanna River im gleichnamigen Tal. Sie waren zur Zeit der Ankunft der Weißen ein mächtiger Stamm. John Smith berichtete begeistert von den Susquehanna, vom hohen Wuchs und ihrer imposanten Erscheinung. Um das Jahr 1663 lebten sie in gut befestigten Dörfern, die mit kleinen Geschützen versehen waren. Nach der Vernichtung der Erie stürzten sich die Fünf Nationen der Irokesen auf die Susquehanna. Diese konnten die Angriffe mit ihren Kanonen erfolgreich abwehren. Daraufhin änderten die Irokesen ihre Kampftaktik und überfielen die Susquehanna durch kleine Überfälle, mit denen die Fünf Nationen sie schwächten. Als sie bereits stark dezimiert waren, erschienen an der Mündung des Flusses die Quäker, welche die Susquehanna zum Christentum bekehrten. Die überlebenden Susquehanna wurden fortan als Conestoga bezeichnet. Weiße Mitchristen überfielen einige Zeit nach der Bekehrung die geschwächten Susquehanna und metzelten sie nieder.

Tanaina:
Stamm von nördlichen Jägern, der sprachlich zu den nördlichen Athapasken gehört. Das Stammesgebiet liegt in Süd-Alaska. Seit ihrer Entdeckung haben die Tanaina teilweise Gebiete besetzt, die vormals zum Siedlungsraum der Eskimo gehört haben müssen. Bedingt durch die Geographie, blieben diese Indianer lange Zeit ungestört von weißen Siedlern. Heute zählt der Stamm etwa 800 Mitglieder.

Tlingit:
Die sprachliche Zugehörigkeit der Tlingit ist noch umstritten, kulturell gehören sie zur Fischereikultur der Nordwestküste. Der Untergang dieser Kultur hat sich erst vor einem Menschenalter vollzogen, als der Einfluss der westlichen Zivilisation übermächtig wurde. Daher besitzen wir genaue wissenschaftliche Unterlagen für diese Gruppen. Die ursprüngliche Hauptstadt von Russisch-Alaska, Sitka, lag auf dem Gebiet der Tlingit. Heute zählt der Stamm noch rund 4.500 Mitglieder.

Tobacco:
(= Tabakvolk). Sie sind ein Stamm der mächtigen Irokesen-Sprachfamilie. Sie bewohnten das Gebiet östlich des Eriesees und waren mit den Huronen befreundet. Sie waren Ackerbauern und pflanzten neben dem Mais auch Hanf und Tabakpflanzen an. Die Tobacco verwendeten für den Fischfang Netze. Sie waren ein Volksstamm genauso mächtig wie die Irokesen-Liga gesamt. Sie galten als Feinde der Liga, da sie ihr nicht beitraten. Nach dem die Irokesen-Liga die Huronen besiegt hatten, fielen sie nur neun Monate später – im Dezember 1649 – über die friedlichen Tobacco her und löschten das Volk aus. Wenige Überlebende schlossen sich den Resten der Huronen und Eries an und bildeten den Stamm der Wyandots. Sie kamen unter den Schutz der Ottawa und schlossen sich dem mächtigen Algonkin-Bund an.

Tsimshian:
Der Kultur der Nordwestküste zugehöriger Stamm von Fischern an der Mündung des Skeena-Flusses. Sprachlich gesehen sind die Tsimshian Mitglieder der Chimmesyan-Sprachfamilie. Die Tsimshian sind besonders durch ihre Schnitzkunst berühmt, die nur noch von den Haida übertroffen wurde. Zusammen mit diesen bildeten sie den Kern der Fischereikultur dieses Gebietes. Es ist anzunehmen, dass die Tsimshian erst verhältnismäßig spät aus dem Innern an die Küste vorgestoßen sind, wo sie vermutlich Teile der TIingit verdrängten. Heute zählt der Stamm rund 1.800 Mitglieder.

Utes:
Der Stamm der Ute gehörte zur uto-aztekischen Sprachfamilie. Die Gebirgstäler von Utah, Colorado, Nevada und New Mexiko waren die Heimat der Ute. In diese Gebiete wurden sie von den Präriestämmen der Sioux und Cheyenne im Laufe der Jahrhunderte gedrängt. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als sie die Vorzüge des Pferdes als Transportmittel erkannten, übernahmen sie die Kultur der benachbarten Präriestämme und kehrten zeitweise in deren Gebiete zurück. Wie die Shoshonen und die Crows waren sie ständig bemüht, den Frieden mit den Weißen zu bewahren. Im Jahre 1859 schloss der Oberhäuptling der Ute Quray einen Friedensvertrag mit den Amerikanern ab und verpflichtete sich dadurch, mit seinem Volk in ein Reservat am White River zu ziehen. Den Ute gelang die Anpassung ans 20. Jahrhundert. Im Jahre 1990 wurden noch etwa 7.300 Ute gezählt.

Wamponoag:
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie und waren an der Nordostküste im heutigen Bundesstaat Massachusetts beheimatet. Die ersten englischen Kolonisten wurden von den Wamponoag freundschaftlich aufgenommen. Auch beim Bau der ersten Siedlungen waren die Wamponoag unter ihrem Häuptling Massassoit hilfreich. Als Dankbarkeit unterjochten die Engländer sie nach dem Tod ihres Häuptlings. Der Nachfolger, sein Sohn Metacomet (King Philip), konnte daraufhin die friedlichen Beziehungen zu den Engländern nicht fortsetzen und bereitete einen Aufstand vor. Die Wamponoag fingen 1675 zusammen mit den Pequot und Narragansett einen Krieg an. Nach dem sie zwölf Siedlungen der Briten zerstört hatten, wurden sie vernichtend geschlagen. Metacomet wurde getötet und die überlebenden Wamponoag wanderten ins Landesinnere ab.

Wappinger:
Die Wappinger sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der am unteren Hudson River im US-Staat New York wohnte. Auch sie verwendeten als Behausung das Langhaus und ernährten sich von der Jagd, vom Fischfang und bauten Mais an.

Wea:
Die Wea sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den heutigen Bundesstaaten Indiana und Illinois wohnte. Abgeleitet ist ihr Stammname von dem Algonkin-Wort Wayah-tonuki, was soviel heißt wie „Volk vom runden Fluß“. Der Stamm war mit den Wawyachtonoc eng verwandt. Diese waren eine algonkin-sprachige Untergruppe der Mahican. Ihre Behausung waren kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütten. Hauptnahrung war der Mais. Sie lebten in einem Dorf am Wabash-Fluß, als Franzosen sie 1718 entdeckten. Da sie gute Beziehungen zu den Franzosen besaßen, errichteten diese in ihrer Nähe einen Handelsposten. Im Jahre 1757 entwickelten die Piankashaw und Wea ebenfalls Kontakte zu den Engländern. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Zahl der Wea stark dezimiert. Kolonisten zerstörten 1791 das Wea-Dorf. Der Stamm verkaufte 1818 ihr Stammesgebiet und siedelten mit den Piankashaw nach Kansas über. Die Wea wurden 1867 ins Indianerterritorium Oklahoma angesiedelt, wo sie in den Peoria aufgingen.
ist ihr StammnameWesort:
(= Brandywine). Die Wesort sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat war Maryland. Als Wohnstätte verwendeten sie das Langhaus. Die Hauptnahrungsquelle war der Mais.

Wintu:
Ein Stamm von Indianern im Tale des oberen Sacramento-Flusses ohne entwickelte Stammesorganisation. Man rechnet die Wintu und ihre Nachbarn, die Wintun, heute im allgemeinen zur Penutian-Sprachfamilie. Ursprünglich waren sie einfache Sammler und Jäger, doch verschwand ihre Kultur bald unter dem Einfluss der weißen Besiedlung, besonders unter dem Einfluss der Goldsucher. Wie bei allen kalifornischen Stämmen spielte auch bei den Wintu die Eichel als Nahrungsquelle eine große Rolle. Heute ist der Stamm fast völlig verschwunden, insgesamt wird die Zahl der Wintu auf unter 100 geschätzt.

Wishram:
Sprachlich zur Chinook-Familie gehörig, nutzten die Wishram den gleichen Dialekt wie die Wasco. Sie lebten am Nordufer des Columbia-Flusses. 1937 existierten noch etwa 100 Mitglieder dieses Stammes, die ihre alte Kultur allerdings ganz eingebüßt hatten. Ursprünglich gehörten die Wishram zu den Kulturen des Columbia-Beckens, bei denen Fischfang, vor allem Lachsfang, eine wichtige Rolle spielte.

Wyandot:
Sie sind ein Stamm der Irokesen-Sprachfamilie, der sich aus den von der Irokesen-Liga vernichteten Erie, Huronen und Tobacco zusammensetzte. Ihnen schlossen sich noch die Ottawa an, ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der aus Angst vor den Irokesen seine Jagdgründe am Ottawa River aufgegeben hatte. Zusammen ließen sie sich in Michigan nieder. Als die Wyandot wieder zahlreicher geworden waren, verließen sie die Ottawa und zogen rund ein Jahrhundert umher, bevor sie sich schließlich im nördlichen Ohio im Gebiet der Delaware, Miami und Shawnee niederließen. Die Wyandot schlossen sich als Verbündete den Franzosen an und kämpften auf deren Seite siegreich gegen General Braddock und beteiligten sich auch am Pontiac-Krieg. Nach dem Bürgerkrieg waren sie auf Seiten ihrer ehemaligen englischen Feinde gegen die Amerikaner. Unter Little Turtle beteiligten sie sich am Kampf gegen General Harmar und St. Clair, wo sie mit ihren Verbündeten bei Fallen Timbers und Tippecanoe unterlagen. Die Wyandot dienten auch im Indianer-Bataillon von Tecumseh im Krieg von 1812. In Kriegen gegen die Siedler am Ohio und in Kentucky wurden sie durch ihre Grausamkeiten bekannt. Von 1812 bis 1842 lebten die Wyandot auf von der Regierung zugewiesenen Ländereien im nördlichen Ohio und Michigan. Im Jahre 1842 verkauften sie ihr Stammesgebiet und gingen nach Kansas. Später siedelten sie in den Nordosten von Oklahoma – in das ehemalige Indianer-Territorium – über, wo heute noch etwa 300 Stammesangehörige beheimatet sind.

Yana:
Kleinerer, heute völlig ausgestorbener Stamm von Indianern in Kalifornien, die hauptsächlich Jäger und Sammler waren. Die ihnen verwandten Yahi, heute ebenfalls verschwunden, gehörten gleich den Yana zur Hokan-Sprachfamilie. Über die Kultur dieser Stämme ist verhältnismäßig wenig bekannt. 1930 ergab eine Statistik noch 9 Yana, die allerdings sämtlich mit weißem Blut vermischt waren.

Yellow Knives:
Eigentlich Tatsanottine oder auch Kupfer-Indianer genannt wegen des fast reinen Kupfers, das in ihrem Gebiet gefunden wurde. Seit alter Zeit fertigten diese Indianer daraus Messer an, die an Nachbarstämme verhandelt wurden, daher der Name Yellow Knives (Gelbmesser). Sprachlich gehören sie zu den nördlichen Athapasken, kulturell sind sie wie auch ihre Verwandten, die Chippewyan, Jäger.

Yuchi:
Sprachlich eigenständiger Stamm im südöstlichen Maisgebiet, seit alter Zeit wegen seiner kriegerischen Tüchtigkeit gefürchtet. Ursprünglich lag das Stammeszentrum wahrscheinlich im östlichen Tennessee. Teile der Yuchi sickerten in das Gebiet der Creek-Indianer und nach West-Florida ein. Auch unter den Cherokee gab es Splitter dieses Stammes. Heute ist der Stamm völlig verschwunden.

Zuni:
Sprachlich eigenständige Gruppe von Pueblo-Indianern. Die Siedlungen der Zunis gaben den Anlass zur Legende von den sieben Städten von Cibola (Zuni). Auf Grund dieser Legende zog der Spanier Coronado von Mexiko aus, um die Reichtümer der sieben Städte zu erobern. Bitter enttäuscht, fanden die Spanier nur einfache Pueblo-Siedlungen, die keinerlei Reichtümer enthielten und außerdem noch im Sturm genommen werden mussten. Die Zuni, seit dem 17. Jahrhundert unter dem Einfluss spanischer Padres, haben es verstanden, ihre alte Kultur und Religion zu bewahren, während die Missionskirche heute als Ruine dasteht. Fleißige Bauern, die auf dem spärlichen Boden mit Hilfe von künstlicher Bewässerung erstaunliche Erträge erzielen, sind die Zunis auch heute noch kulturell ungebrochen. Etwa 2000 Indianer gehören zu dieser Gruppe.