Indianer und der Kogi-Kaffee

Die Kogi-Indianer leben im Norden Kolumbiens in den Höhen der Sierra Nevada de Santa Marta, welches als das höchste Küstengebirge der Welt bekannt ist. Das Gebiet der rund 20.000 Kogi ist in etwa so groß wie das Saarland. Hier treffen der tropische Regenwald, die heiße Wüste, schneebedeckte Berge und das karibische Meer aufeinander.

Die Geschichte der Kogi-Indianer besagt, dass Gott bei der Erschaffung der Erde einen Stein nahm und diesen wachsen ließ, bis daraus die Erde entstand. Das Herz der Erde ist die Sierra Nevada de Santa Marta. Zunächst schuf Gott die Kogi als erste Menschen. Danach folgten die drei Bruderstämme: die Arhuacos, die Wiwa und die Kankuamos. Diese Stämme bilden die vier älteren Brüder. Lange danach folgten wir – die kleinen Brüder. Von da an waren die älteren Brüder dafür verantwortlich, spirituell zu heilen, was wir ahnungslos zerstören. Sie übernahmen somit die Rolle der Hüter der Erde. Eine beliebte Geschichte bei den Kogi-Indianern besagt, dass Gott neun Tage lang benötigte, um die Regeln des Zusammenlebens und des Umgangs mit der Erde zu erklären. Der kleine Bruder – wir – schlief jedoch nach acht Tagen ein und hörte daher nicht, dass wir alle dafür verantwortlich sind, die Erde zu beschützen. Möglicherweise lag es an den Koka-Blättern der Indianer, dass sie wach blieben.

Von der Entstehungsgeschichte der Erde zum heutigen Kogi-Kaffee

Im Jahr 2013 lernte Oliver Driver die Kogi kennen, während diese in Deutschland auf der Suche nach einem Partner für ihren Kaffeeanbau waren. Sie erläuterten in einem Vortrag sowohl den spirituellen als auch tiefenökologischen Ansatz, welchen sie beim Anbau ihres Kaffees verfolgen. Noch heute sehen sie sich als die Hüter der Erde an und möchten mit Hilfe der Gewinne, welche sie aus dem Verkauf des Kaffees erzielen, ihr mittlerweile verlorenes Land und ihre heiligen Plätze, wie Seen, Flussmündungen oder besondere Plätze in der Natur, zurückkaufen, um auch weiterhin dieser wichtigen Aufgabe gerecht zu werden. Nur auf diese Weise können sie die alten Rituale zur Heilung der Erde wieder praktizieren.

Die Kogi luden Oliver Driver ein und entschieden, dass er ihr deutscher Partner sein sollte. Partnerschaft bedeutet hierbei, dass gemeinsam etwas für den Erhalt der Erde getan wird. Oliver Driver wurde damit betraut, die Art und Weise, wie die Kogi im Einklang mit der Natur leben, auch in Deutschland zu präsentieren, damit daraus gelernt werden kann. Hintergrund ist keinesfalls, dass die Kogi unsere Zivilisation verurteilen, sie wollen uns stattdessen als Vorbild im Umgang mit der Natur dienen und uns zur Weiterentwicklung ermutigen. Der Kaffee wird zu einem fairen Preis verkauft, 20 % des Gewinns der durch Oliver Driver geleiteten Urwaldkaffee GmbH gehen direkt an die Kogi-Indianer. Das Ziel ist, auch weitere europäische Länder in die Partnerschaft einzubinden.

Was ist das Besondere am Kogi-Kaffee?

In Deutschland gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Kaffeeröstern. Warum sollte man also den Kaffee der Kogi-Indianer kaufen? Der Kogi-Kaffee gehört geschmacklich zur Gruppe der Spezialitätenkaffees. Er ist vollmundig mit einer leichten Süße sowie einer sehr feinen Säure und glänzt mit Aromen von Schokolade, Kakao- und zarten Fruchtaromen, wie zum Beispiel Orange. Jedoch geht es beim Kaffee der Kogi-Indianer nicht in erster Linie um den Geschmack, sondern um den Hintergrund, welcher sich komplett von anderen Kaffees unterscheidet. Die Kogi-Indianer wollen weder einen möglichst hohen Gewinn erzielen, noch mit Hilfe des Kaffees Touristen in ihr Gebiet locken. Ihr Ziel ist es, zu schützen und ihre alte Kultur zu retten. Es geht ihnen auch nicht um Bildung, welche der Gewinn ihrem Volk eventuell möglich machen könnte. In ihren Augen genießt ein Kogi-Kind, welches von seiner Familie gelehrt wird, einen weitaus höheren Bildungsstand, als wir ihn in unserer westlichen Zivilisation anstreben. Die Kogi-Indianer ernten den Kaffee, welcher in ihren Wäldern wächst, um ihre heiligen Plätze zurückgewinnen und ihrer Aufgabe nachgehen zu können. Ohne diese Orte ist es ihnen nicht möglich, ihre von Gott übertragende Wächterrolle zu erfüllen. Es geht ihnen nicht um Entwicklungshilfe, sondern darum, dass sie den Unfug beenden wollen, welchen wir mit der Erde treiben. Im Endeffekt verkaufen Sie den Kaffee also nicht nur an uns, sondern vielmehr für uns.