Indianer- Kunst und Kultur

Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit – das ist bei diesem umfassenden Thema nicht möglich. Ich möchte Ihnen mit diesen Informationen einen Einblick in einige Kulturen und in die Kunst der Native Americans geben. Im Laufe der Zeit wird der Überblick immer mehr werden.

Einiges über die verschiedenen Kulturen können Sie jetzt schon bei den Stämmen nachlesen. Ich würde mich freuen, wenn Sie Material haben, damit dieser Einblick so authentisch wie nur eben möglich ist. Bitte mailen Sie mir doch, wenn Sie Material haben, was ich hier einsetzen kann.

pferd-symbolDie Indianer des Südwestens sind bekannt für den hohen Symbolgehalt ihrer Kunst, wie er in Kachinapuppen oder Sandbildern zum Ausdruck kommt. Die Spiritualität der Indianer ist eigentlich weniger Religion als Weltanschauung. Traditionell zerfällt ihr Alltagsleben nicht in getrennte Lebensbereiche wie Arbeit, Spiel oder Gebet, sondern all diese Aspekte sind zu einer Einheit verschmolzen. Symbole können aus allem entstehen, was man sieht oder sich im Geist vorstellt: Regenwolken, Tiere und Geister, und selbst die Farben haben symbolische Bedeutung.

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Welt der Symbole
Indianer sind nicht sehr redselig, wenn es um die Erklärung und Interpretation ihrer Symbole geht. Deshalb ist in den Sandbildern der Navajo, die sie für die Öffentlichkeit herstellen, auch immer ein Fehler enthalten, der einem Nicht-Navajo überhaupt nicht auffällt, einem hatathli (Medizinmann) jedoch sofort ins Auge sticht. Eine vertauschte Farbreihenfolge oder eine winzige Detailänderung reichen aus, um zu verhindern, dass sich Nichteingeweihte die heiligen und geheimen Traditionen aneignen können. Viele Felszeichnungen, von denen einige viele hundert Jahre alt sind, sind zwar weithin bekannt, aber kaum jemand versteht ihren Sinn. Sie gehen über durch die Sprache fassbaren Inhalte hinaus und sind vielleicht Mitteilungen über Visionen, Grenzziehungen, Gebete, erfolgreiche Jagden oder Gottheiten.

 

Alltag und Religion der Navajos
Alltag und Religion sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn die Männer auf die Felder gehen, besingen sie das Wachstum der Maispflanzen. Die Navajos weben – wie viele andere Stämme auch – wunderschöne Teppiche. Damit aber die Geister nicht im Teppich eingeschlossen werden, muss bei Navajoteppichen mit Rand immer ein kleiner “Fluchtweg” glennaeingewebt werden.
Gerber legen ein Türkisband auf ihre Trockengerüste, damit das Leder schön geschmeidig bleibt. Wenn einer Frau eine schwere Geburt bevorsteht, kommen die weiblichen Familienangehörigen und Freundinnen zu ihr und lösen das Haar, damit das Kind nicht gefesselt ist; ein Sänger fächelt dem Ungeborenen mit einer Adlerfeder Luft zu. Zwillingsgeburten sind Anlass zu großer Freude, denn sie gelten als ein positives Zeichen der Mächte. Die religiöse Symbolik zeigt seine Auswirkungen in der vielseitigen, schönen und heute auch wirtschaftlich bedeutenden Kunst der Navajo.

Besonders die Webkunst ist beeindruckend, wobei früher nur Decken hergestellt wurden. Die heute berühmten Navajoteppiche waren eine Erfindung weißer Händler. Sie hatten erkannt, dass die Besucher aus dem Osten kaum Interesse an den Decken hatten, die als Ponchos getragen wurden. So benannte man die Decke einfach in “Teppich” um und das Geschäft blühte.

toepfernTöpferarbeiten (Navajo Pottery)
Viele Stämme im Südwesten der USA sind für Töpferarbeiten bekannt, wie z. B. die Hopi, Santa Clara und andere Pueblostämme. Aber auch die Navajo haben schon lange getöpfert. Gerade die Töpferarbeiten der Navajo erleben seit einigen Jahren ein Comeback. Früher war die Töpferei der Navajo nur darauf begründet, dass einfache und unverzierte Töpfe und Aufbewahrungsutensilien hergestellt wurden. Mittlerweile werden sie auch verziert und mit Tier- und Naturmuster aus der Mythologie der Navajo versehen.

 

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Sandbilder
Die genaue Herkunft der Sandbilder verliert sich in den Mythen und Legenden der Navajo. Möglicherweise wurde die Technik von den Puebloindianern übernommen, nachdem die Navajo vor gut 700 Jahren in den Südwesten eingewandert waren. Traditionell wurden Sandbilder von Medizinmännern während nächtelanger Heilrituale auf dem Boden eines heiligen Hogans (traditionelle Behausung) angefertigt. Die gebräuchlichsten Darstellungen auf den Sandbildern sind Gottheiten, die »Yei«, die mit den Gesängen zur Heilung eines Kranken gerufen werden. Am Ende der Zeremonie kurz vor Sonnenaufgang müssen die Bilder zerstört werden. Über solche Kunstwerke wusste man bis ins späte 19. Jahrhundert hinein wenig. Washington Matthews, ein Militärarzt im Navajoreservat, nahm 1883 als erster Weißer an einer solchen Zeremonie teil. In den 1920er Jahren lernte die Wissenschaflerin Gladys Reichard die schwierige Navajosprache, um die Gesänge und Rituale verstehen zu können.

Navajo-Sandbild: Kosmische Eltern
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Dieses Navajo-Sandbild zeigt Vater Himmel und Mutter Erde. Aus ihren Köpfen wachsen Kornähren und zwischen ihren Füßen liegen Halbmonde.